Mediation: vom „Recht haben wollen“ zur Unternehmensfortführung

Was tun, wenn Verhandlungen gescheitert sind? Wenn ein Streit bei Gericht landet?

Ein Familienunternehmen in der dritten Generation: Bruder und Schwester arbeiten seit acht Jahren zusammen. Und nun „können sie nicht mehr miteinander“. Die Mutter verzweifelt über ihre streitenden Kinder: zu unterschiedlich sind die Persönlichkeiten.

Die Schwester (Gesellschafterin der GmbH) kündigt dem Bruder (Geschäftsführer). Dieser klagt, die Schwester führt die Gegenklage.

Der Streit eskaliert, die Fronten verhärten sich. Beide wollen Recht haben und Recht bekommen.

Auch in dieser Situation ist ein Ausweg möglich, ein Richtungswechsel vom „Recht haben wollen“ hin zu kraftvollen Zielen: Das Unternehmen erhalten! Frieden in der Familie! Aber: Wie kann das gelingen?

Eine Mediation bietet sich an. Weil in einer eskalierten Situation jemand diesen Richtungswechsel gestalten muss. Die Parteien dabei unterstützen, immer wieder das Ziel in den Blick zu bekommen. Und Zeit wie Geld nicht für einen Kampf gegeneinander einzusetzen.

Was sind nun die wesentlichen Elemente einer Mediation?

  1. Die Kraft eines klaren Zieles: Wenn das Ziel klar ist, kann auch der Weg dorthin gefunden werden. Daher: Ausrichtung auf konstruktive Lösungen, eine Gestaltung des Miteinanders bzw. einer Trennung mit gutem Ausgleich.
  2. Klug wählen: Zeit und Geld können in den Kampf gegeneinander gesteckt werden (Gerichtsverfahren), oder sie können einer Lösung zufließen, die weder Sieger noch Verlierer kennt.
  3. „Trust in the process“: Schrittweise können neue Zusammenhänge erkannt werden. Man öffnet sich einer veränderten Wahrnehmung: Was vorher undenkbar schien, erweist sich als gangbare Lösung.
  4. Was die Parteien bewegt: Weg von Täter- und Opferhaltungen, hin zu Menschen, die Gründe für ihr Handeln nachvollziehbar erklären können. Was war ihr Wissensstand und ihre Intention? Emotionen helfen dabei: Sie zeigen, was einer Person wichtig ist.
  5. Lösungen entwickeln: Mit der Klarheit über Motive und Intentionen steigt die Zahl der Lösungsmöglichkeiten. Aus den Möglichkeiten können jene ausgewählt werden, die den Bedürfnissen der Beteiligten am besten entsprechen. Die die größten Chancen bieten. Und die geringsten Kosten verursachen.

Eine Vereinbarung treffen: Der Einigung folgt eine vertragliche Vereinbarung durch die AnwältInnen der Parteien. Der Streit ist im Sinne aller beendet, und zwar gut beendet!

 

Für den Streitfall!

Im Konflikt passiert es oft, dass man die Gegenseite abwertet und sich zum Kampf gegen die/den anderen hinreißen lässt. Dies führt dazu, dass man dabei das eigene Ziel aus den Augen verliert. Ein professionelles Beratungsgespräch kann Sie dabei unterstützen, Ihr Ziel wieder in den Blick zu bekommen und einen neuen, wirtschaftlich effizienten und wirksamen Weg zur Konfliktlösung einzuschlagen.

Gabriele Hornig                                                                        September 2016